In Europa dreht sich die Debatte über KI oft um Werkzeuge. Ich sehe darin ein Infrastrukturthema: Chips, Rechenzentren, Energie, Cloud. Wer sie besitzt, bestimmt Preis, Regeln und Verfügbarkeit.

2003 saß ich in Kuala Lumpur in Verhandlungen mit Netzbetreibern. US-amerikanische und asiatische Konzerne teilten die Mobilfunkinfrastruktur unter sich auf, europäische Firmen stritten über Standards. Das Gespräch ist dasselbe geblieben, die Einsätze sind höher.

Was das für Ihr Unternehmen heißt

Das gilt für den Familienbetrieb wie für das KMU, das Start-up und das Scale-up. Jede KI-Anwendung läuft auf Rechenleistung und Modellen, die jemand betreibt. Liegt dieser Anbieter außerhalb Europas, gelten seine Preise, seine Bedingungen und seine Standorte. Das kann die richtige Wahl sein. Dann gehört die Abhängigkeit in die Freigabe wie jede andere. Ich prüfe vorab, wo die Daten verarbeitet werden, ob sich der Anbieter wechseln lässt und was eine Änderung seiner Bedingungen kostet.

Was die Politik leisten muss

Ich halte vier Dinge für nötig: strategisches Kapital, das Industrie, KMU, Start-ups und Scale-ups erreicht. Eine Beschaffung, die europäischen Unternehmen eine Chance zum Wachsen gibt. KI-Infrastruktur als strategisches Gut, ein europäischer Airbus für Rechenleistung. Und eine Wettbewerbspolitik, die Märkte schützt, bevor sie dauerhaft besetzt sind. Der AI Act setzt einen Rahmen für vertrauenswürdige KI. Eigene Kapazität bei Hardware, Cloud und Rechenleistung ersetzt er nicht.

Das Erstgespräch dauert 30 Minuten und ist kostenlos und unverbindlich. Mehr bei KI-Beratung für den Mittelstand.

Quelle: eigene Einschätzung, zuerst veröffentlicht auf LinkedIn.